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Jonahs Geburt am 26.11.2007, 9:32
Uhr
Es war wirklich eine Bilderbuchgeburt. Ich konnte ab 1
Uhr nachts nicht mehr schlafen und saß heulend auf der Bettkante: Es war nun
schon der 9. Tag nach dem errechneten Geburtstermin und ich habe immer nur
gedacht, dass ich verflixt noch mal nicht zur Einleitung ins Krankenhaus gehen
will. Erst recht nicht, nachdem ich wegen einer Gebärmutterhalsverkürzung
ca. 15 Wochen überwiegend gelegen habe! Ich bin hier durch die Wohnung
getigert, wobei mir irgendwann „mein“ homöopathisches Mittel eingefallen
ist, welches mir schon oft gut geholfen hatte. Ich habe nachgelesen – und es
passte genau zu der Situation. Ich wusste, ich hatte noch etwas von dem Zeug
– aber wo? Also habe ich die ganze Wohnung abgesucht. Na ja, hab´s dann
auch gefunden und mich nach der Einnahme wieder ins Bett gelegt und versucht,
etwas zu schlafen – und um halb 4 Uhr hatte ich regelmäßige Wehen in ca. 7
Minutenabständen. Ich habe mich dann hingesetzt und gestrickt. Um 6:30 Uhr
ist Claus aufgestanden – da hatte ich Wehen in 5-6 Minutenabständen. Ich
habe Claus erstmal gesagt, dass er wohl heute nicht arbeiten gehen wird.
Nachdem Claus in seiner Firma Bescheid gesagt hat, haben wir dann angefangen
alles vorzubereiten. Ich habe gegen 7 Uhr Gabriele angerufen, die meinte, ich
solle Bescheid geben, wenn die einzelne Wehe ca. 1 Min. dauern würde. Dann
ist unsere „große“ Tochter Marlie („Ich bin ja schon fast vier!“)
aufgewacht – hat sofort Lunte gerochen und wollte partout nicht in den
Kindergarten – gut, dann eben nicht. Sie wollte schon lange gerne dabei sein
und wir hatten sie gut auf diese Situation vorbereitet. Sie hat prima geholfen
den Geburtspool aufzubauen und alles vorzubereiten. Dann haben wir erstmal
gefrühstückt. Danach hat Claus das Wasserbecken aufgestellt und Marlie hat
den Wasserschlauch gehalten und Wasser eingelassen. Ich bin in der
Zwischenzeit mit „Bauchschmerzen“ auf die Toilette, wo sich erstmal oben
und unten „alle Schleusen“ öffneten. Plötzlich löste sich der
Schleimpfropf – ich habe nur gebrüllt, dass Claus bitte sofort Gabriele
anrufen sollte , weil ich zuerst nicht wusste, ob es vielleicht auch die
Fruchtblase war, die da „aufgeploppt“ war…Ich hatte mich in der
Schwangerschaft schon oft gefragt, wann wohl der richtige Zeitpunkt war, um
Gabriele zu „alarmieren“. Jetzt wusste ich ganz sicher, dass es für mich
dieser Zeitpunkt war und kein anderer. Sie hat sich sofort (8:40 Uhr) auf den
Weg gemacht. Nachdem ich dann aus dem Bad war und auf dem Weg zur Küche noch
2 Wehen veratmen konnte, stand ich dann am Wasserbecken. Wie ich da so stehe,
kriege ich plötzlich Presswehen – und leichte Panik, weil Gabriele noch
nicht da war und ich mich plötzlich an diesen intensiven Schmerz erinnerte.
Ich hab nur gesagt, dass ich sofort ins Wasser muss und die Klamotten vom Leib
gerissen. Claus hat noch mal Gabriele angerufen und Bescheid gesagt, dass ich
behaupten (!) würde, ich hätte Presswehen. Sie war aber schon quasi vor der
Tür und wir sollten dem Baby nur den Mund abtupfen, wenn es vor ihr ankäme.
Ich also in die Wanne. Die Wehen waren im warmen Wasser besser zu ertragen und
die Pausen waren länger. Gut! Marlie hatte plötzlich keine Lust mehr, dabei
zu sein - sie wollte lieber in ihrem Zimmer etwas puzzeln. Gabriele kam kurz
darauf gegen
9 Uhr – war ich froh, sie zu sehen! Sie sprach mir Mut
zu, lobte mich für meine Geburtsarbeit und meine Angst legte sich langsam
wieder. Jonah bahnte sich Wehe für Wehe seinen Weg und ich tönte und tönte
– es kam mir ewig vor. Claus kniete hinter mir am Beckenrand, so dass ich
meinen Kopf entspannt auf seine Schulter legen konnte. Gegen 9:20 Uhr kam
Riona dazu, die mir erstmal ihre herrlich kühlen Hände aufs Gesicht legte.
Gegen halb 10 war Jonahs Köpfchen geboren – irre, wir durften dann
beobachten, wie er sich in der Wehenpause noch mal ganz alleine drehte, während
er dort steckte, damit bei der nächsten Wehe die Schultern geboren werden
konnten. Ich habe ihn dann zusammen mit Gabriele in die Hände genommen. Noch
einmal kurz mit geschoben und die Beinchen wurden geboren. Ich habe ihn in den
Arm genommen, so dass nur sein Gesichtchen rausguckte und er atmen konnte. Er
war ganz ruhig, hat etwas gespuckt und geprustet, aber nicht geschrieen. Ganz
zufrieden war er dort. Ich war so glücklich, ihn endlich im Arm halten zu können!
Marlie kam dann dazu und war ganz fasziniert von ihrem kleinen Bruder – sie
stand hinter meiner linken Schulter neben Claus am Beckenrand und hat Jonah
die ganze Zeit gestreichelt („Du bist ja ganz cremig, kleiner Mann!“) und
wir vier haben uns die ganze Zeit gegenseitig betrachtet. Jonah hat sich
erstmal alles ganz genau und bedächtig angeschaut. Ich hatte gar keine Lust,
aus dem Wasser zu steigen, so dass wir noch einige Zeit so im Pool blieben.
Nachdem die Nachgeburt geboren war, haben Claus und Marlie die Nabelschnur
durchtrennt und wir sind dann ins Bett umgezogen, wo erstmal ausgiebig
gekuschelt wurde. Jonah hat dann das erste Mal getrunken. Nachdem Gabriele mir
beim Duschen geholfen hat, hat sie mich und den Kleinen untersucht. Ich
brauchte dank dieser sehr sanften Wassergeburt nicht genäht werden. Es war
auch bei Jonah alles in Ordnung
Es war ein knackig kalter Tag mit strahlend blauem Himmel
und wir hatten eine ganz tolle sanfte Geburt mit einer sehr liebevollen und
kompetenten Begleitung.
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