|
Augenprophylaxe
Es
wird noch immer eine aus dem letzten Jahrhundert stammende
„Schutzmassnahme“ durchgeführt, mit der man eine
Schmierinfektion des kindlichen Auges bei der Passage
einer mit bestimmten Erregern besiedelten Scheide zu
verhindern hofft. Es handelt sich dabei um eine
Geschlechtskrankheit, die Gonorrhoe (Tripper), deren
Erreger im Auge des Kindes schwere Infektionen auslösen können.
Durch Einträufeln einer Silbernitratlösung würden
solche Bakterien abgetötet.
Die
medizinische Fachwelt ist derzeit uneins über den tatsächlichen
Wert dieser Maßnahme, die ihrerseits beim Neugeborenen
eine Bindehautreizung auslösen kann und abgesehen davon
im Auge einen brennenden Schmerz verursacht.
Ich
schließe mich ausdrücklich den Kritikern dieser Methode
an, denn Gonorrhoe ist heute eher selten und wird in aller
Regel vom erkrankten Paar mit ihren heftigen Beschwerden
bemerkt.
Alle
anderen Keime sind (mit Ausnahme der wahrscheinlich bei
Ihnen schon getesteten Chlamydien, gegen die diese
Prophylaxe ineffektiv ist) für das kindliche Auge unschädlich.
Bei
starken Unsicherheiten kann ein klärender Abstrich
durchgeführt werden.
Vitamin
K Prophylaxe
Durch
die Gabe dieses Vitamins sollen sehr selten vorkommende
Hirnblutungen beim Kind vermieden werden.
Das
Präparat wird als Tropfen in den ersten Stunden nach der
Geburt von der Hebamme bei der U1 verabreicht, bei der U2
und bei der U3 vom Kinderarzt.
Nachteile
dieser Art der Anwendung sind bis zum heutigem Zeitpunkt
nicht bekannt. Sollten sie unsicher sein, ob Sie diese Maßnahme
möchten, empfehle ich Ihnen Gespräche mit Ihrem
Kinderarzt. |